Lean Expert in Production

Trainingskonzept und Lernziele

Im Training „Lean Expert in Production“ erwerben die Teilnehmer ein fundiertes Methodengerüst für die nachhaltige Umsetzung von Lean Management am Arbeitsplatz, abgeleitet aus einer übergeordneten Wertstrombetrachtung. Neben dem fachlichen Lean Know-how bilden die Methoden für die Identifikation von Handlungsfeldern im Rahmen von Lean Projekten sowie Problemlösungstechniken unter Berücksichtigung der rasanten Veränderung durch die Digitalisierung weitere Schwerpunkte. In Form von Gruppenarbeit, Fallbeispielen und Übungen in der Lernfabrik werden die Lerninhalte praxisnah vermittelt. Das Lean Know-how wird durch die Praxisaufgabe mit definiertem und messbaren Verbesserungsziel in Höhe von ca. 5.000 € oder einem Benefit in entsprechender Stundenzahl im eigenen Unternehmen zwischen den beiden Seminarblöcken aktiv trainiert. Hierdurch werden die Teilnehmer mit Rückkopplung durch die Referenten in die Lage versetzt, selbstständig Verbesserungsmaßnahmen unter Einbeziehung der beteiligten Mitarbeiter auf Arbeitsplatzebene durchzuführen. Das Training schließt mit der erfolgreich abgeschlossenen und abgenommenen Praxisaufgabe sowie einer schriftlichen Prüfung zum zertifizierten Lean Expert in Production ab.

Inhalte

Block 1

Tag 1

  • Lean Thinking
  • Historie Lean Management
  • Werte und Verschwendung
  • „Sehen lernen“ über Kreidekreise oder Waste Walks in der Lernfabrik
  • Überblick Lean Company und Lean Toolbox
  • Der Weg zu effizienten Prozessen
  • Nutzen und Ergebnisse Lean Management

Der 1. Trainingstag wird als gemeinsame Veranstaltung für alle Experten-Trainings durchgeführt, um den Austausch zu fördern.

Tag 2+3

  • 5S als Basis für ein standardisiertes Arbeitsumfeld
    • Grundlagen 5S
    • Praktische Übung in der Lernfabrik
  • Wertstromanalyse
    • Grundlagen zur Methodik Wertstromanalyse
    • Praktische Vorgehensweise und Praxistipps
    • Berechnung von Kennzahlen wie z.B. Kundentakt, Durchlaufzeiten, Taktzeitdiagramm
    • Ausblick Wertstrom 4.0
  • Die ersten Schritte zum Wertstromdesign im Überblick
  • Mehrstufige haptische Wertstromsimulation mit Kaizen-Workshops und schrittweisen Anwendung der erlernten Methoden
  • Problemlösungstechniken
    • Anwendung des PDCA
    • Ishikawa und 5W für die strukturierte Problemlösung
    • A3-Report für die fortlaufende Projektdokumentation
  • Vorbereitung der Praxisaufgabe im eigenen Umfeld mittels A3-Report

Block 2

Tag 4+5

  • Gemeinsame Diskussion von Vorgehensweisen, Ergebnissen, Erfolgsfaktoren und Barrieren
  • Wertstromdesign
    • Grundlagen zur Methodik Wertstromdesign
    • Praktische Vorgehensweise und Praxistipps
    • Ausblick auf das digitale Wertstromdesign
  • Vertiefung von Wertstromanalyse und -design in der Lernfabrik
    • Live-Simulation mit Wertstromaufnahme durch die Teilnehmer
    • Entwicklung eines optimierten Soll-Wertstroms u.a. mit folgenden Schritten
      • Fertigung im Kundentakt
      • Fließende Prozesse erzeugen
      • Selbstregelnde Kanban-Kreisläufe einrichten
      • Produktmix und Produktionsvolumen ausgleichen
    • Stabilisierung der Prozesse mit Fokus auf den OEE
  • Beispiel Shopfloor Management in der Lernfabrik und Ansätze zur digitalen Lösung
  • Grundlagen von Change Management
  • Vorstellung der Praxisaufgaben durch die Teilnehmer
  • Schriftlicher Wissenstest zum Lean Expert in Production

Praxisaufgabe

  • Die Praxisaufgabe wird zwischen Block 1 und Block 2 im eigenen Unternehmen umgesetzt
  • Jeder Teilnehmer führt sein erstes eigenes (kleines) Verbesserungsprojekt durch
  • Praxistransfer in das eigene Arbeitsumfeld: Jeder Teilnehmer überträgt das erworbene Know-how auf unternehmensspezifische Aufgabenstellungen
  • Systematische Vorgehensweise: Die Durchführung der Praxisaufgabe orientiert sich am PDCA-Zyklus mittels strukturierter Problemlösung und wird im Rahmen eines A3-Reports dokumentiert
  • Begleitung durch Coach: Die Praxisaufgabe wird gemeinsam mit dem IWEX-Trainer definiert und eigenständig zwischen den beiden Präsenzblöcken durchgeführt. Der Trainer steht als Sparringspartner zur Verfügung.
  • Schneller Abschluss: Die Auswahl der Praxisaufgabe setzt die vollständige Umsetzbarkeit zwischen den Präsenzmodulen voraus
  • Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung: Die erzielten Verbesserungen sind in der ganzen Organisation sichtbar und bieten die Grundlage für eine Lean Transformation

Ihr Nutzen

  • Sie erwerben ein grundlegendes Lean Verständnis sowie einen Methodenüberblick über die gängigen Lean-Production-Ansätze
  • Sie sind in der Lage, Verschwendung zu erkennen und abgeleitet aus der Wertstromsicht Verbesserungsprojekte zu planen
  • Sie verfügen über Kompetenzen zur Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen
  • Sie führen ein Lean Projekt mit Feedback durch die Referenten eigenständig durch
  • Sie wenden die Methodik Wertstromanalyse und Wertstromdesign im Rahmen einer Simulation aktiv an
  • Sie diskutieren Lean Themen und gewinnen icherheit in der Argumentation „Pro/Contra Lean“

Zielgruppe

  • Fach- und Führungskräfte aus dem Produktionsumfeld, die Methodenexpertise in Lean Production erlangen bzw. die Rolle von Lean Koordinatoren einnehmen möchten
  • Teilnehmer aus dem Bereich Produktion, die ihr Arbeitsumfeld mit Lean Prinzipien optimieren wollen

Termine und weitere Infos

Termine

10.-12.03.2020 (Teil I)

21.-22.04.2020 (Teil II)

15.-17.09.2020 (Teil I)

03.-04.11.2020 (Teil II)

Seminarzeiten

1. Tag: 9:00 - 17:00 Uhr (Teil I+II)

2. Tag: 8:00 - 17:00 Uhr (Teil I +II)

3. Tag: 8:00 - 16:00 Uhr (Teil I)

Veranstaltungsort:

Lern- und Forschungsfabrik der Ruhr-Universität Bochum

Teilnahmegebühr

2.995,- Euro inkl. Trainingsunterlagen, Verpflegung und Zertifikat „Lean Expert in Production“ der Ruhr-Universität Bochum